2. Oktober 2015 Berlin – 25 Jahre Wiedervereinigung: Frauen gründen (in) Ost und West (grOW)

Gender Gap seit 1991 fast verdoppelt - was braucht eine erfolgreiche Gründungsförderung für Frauen von morgen?

 

Präsentationen und Diskussion am 2.10. ab 9.30 Uhr im Topoi Building Dahlem an der Freien Universität Berlin, Hittorfstraße 18 in Berlin-Dahlem

 

Berlin, 9. Juli 2015. Ein Vierteljahrhundert nach der Wende spielt die Herkunft von Gründerinnen, ob Ost- oder Westdeutschland, kaum eine Rolle mehr, wohl aber Rahmenbedingungen, die sich nicht nur zwischen Ost- und Westdeutschland unterscheiden, sondern auch zwischen den Regionen und vor allem zwischen den Geschlechtern. Alarmierend ist hierbei die Tatsache, dass sich der Gender Gap, d.h. die Selbstständigenquote von Frauen im Verhältnis zu Männern, seit 1991 fast verdoppelt hat, so der Experte Dr. René Leicht vom Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim (ifm). Ursachen hierfür liegen nach wie vor in der Berufswahl von Frauen sowie in der Sozialisation. Frauen erlernen zum Großteil sogenannte „Frauenberufe“ und machen sich hierin entsprechend zu 5% selbstständig, diejenigen mit erlerntem „Männerberuf“ zu 15% (Leicht et al. 2014). Die Auflösung geschlechtsspezifischer Rollenmuster wird durch die Berichterstattung in den deutschen Medien in Ost- wie Westdeutschland darüber hinaus wenig unterstützt, so Prof. Dr. Friederike Welter, Lehrstuhl für Management kleiner und mittlerer Unternehmen & Entrepreneurship an der Universität Siegen und Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn. Auch wenn generell die Berichterstattung über Unternehmerinnen und Gründerinnen in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich zugenommen hat, ist das Bild von ihnen in den Medien immer noch vielfach von Geschlechtsstereotypen geprägt.

 

Die Netzwerk-Initiative „grOW! Frauen gründen (in) Ost und West“ hat sich ein Jahr lang unter der Federführung der Freien Universität Berlin und gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit aktuellen Fragestellungen des weiblichen Unternehmertums auseinandergesetzt und versucht, herauszufinden, wie diese Strukturen aufzubrechen sind. Startschuss war anlässlich des 25-jährigen Mauerfalls am 8. und 9. November 2014 in Berlin eine zweitägige Zukunftskonferenz. Im Frühjahr 2015 wurden in enger Zusammenarbeit mit der bundesweiten gründerinnenagentur und der science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation sechs regionale Expert/-innenworkshops zur Erarbeitung von Lösungswegen in verschiedenen, für die Förderung von Frauengründungen relevanten Themenfeldern, durchgeführt. Neben Themen wie „Frauengründungen in Naturwissenschaft und Technik“, „Gründungsperspektiven für Frauen in Metropolregionen und ländlichem Raum“, „Strukturelle Rahmenbedingungen für Frauengründungen“ und „Unternehmensnachfolge durch Frauen“ sowie „Das Unternehmerinnenbild in den deutschen Medien“ ging es auch um „Frauengründungen aus der Wissenschaft“. Auch hier gilt, dass es keine nennenswerten Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland gibt, jedoch zwischen den verschiedenen Hochschulen und Hochschultypen umso größere. Während Hochschulen mit Schwerpunkten im kreativen oder sozialen Bereich aufgrund ihres hohen Frauenanteils unter den Studierenden eine vergleichsweise hohe Anzahl von Gründungen durch Frauen verzeichnen können, fällt der Frauenanteil an technisch ausgerichteten Universitäten deutlich geringer aus. Bei dem auf technologieorientierte Gründungen fokussierten Förderprogramm „EXIST- Existenzgründungen aus der Wissenschaft“ beläuft sich der Frauenanteil dementsprechend lediglich auf 13,9 % (vgl. Kulicke, September 2013). Als Stellschrauben zur Erhöhung bzw. Verbesserung von Anzahl, Wachstum und Nachhaltigkeit von Hochschulgründungen durch Frauen wurden u.a. eine frühzeitige Sensibilisierung durch eine curriculare Verankerung von Entrepreneurship-Kursen, eine auf die Motivation und Orientierung der Gründerinnen angepasste Förderung und Beratung sowie die Darstellung von Role-Models und der Einsatz gründungserfahrener Mentoren/innen definiert.
Am 02.10.2015, 25 Jahre nach der Wiedervereinigung, werden diese und weitere Ergebnisse des einjährigen Arbeitsprozesses ab 9.30 Uhr im Topi Building Dahlem an der Freien Universität Berlin vorgestellt und gemeinsam diskutiert.

 

Die Abschlussveranstaltung richtet sich vor allem an Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Politik, die sich über aktuelle Impulse und zukünftige Anforderungen für die Förderung weiblicher Gründungen informieren möchten.
Weitere Informationen unter www.fu-berlin.de/grow. Voranmeldungen unter romy.oleynik-weber@fu-berlin.de

 

Kontakt:
Romy Oleynik-Weber
profund - Die Gründungsförderung der Freien Universität Berlin
Wissens- und Technologietransfer
Abteilung VI – Forschung
Freie Universität Berlin
+49 (0) 30 838 73658 Telefon
+49 (0) 30 838 73666 Telefax
romy.oleynik-weber@fu-berlin.de
www.profund.fu-berlin.de


Über die Initiative:
Die Zukunftskonferenz „Frauen gründen (in) Ost und West (grOW)“ ist ein Verbundprojekt der Freien Universität Berlin und der Universität Siegen sowie dem Institut für Mittelstandsforschung Bonn in enger Kooperation mit science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation e.V. und der bundesweiten gründerinnenagentur (bga) und wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unter den Förderkennzeichen 01FP1314 und 01FP1315. Dabei verfolgt die Initiative einen mehrstufigen Prozess. Startschuss war anlässlich des 25-jährigen Mauerfalls eine zweitägige Zukunftskonferenz am 8. und 9. November 2014 in Berlin, im Frühjahr 2015 wurden in enger Zusammenarbeit mit der bundesweiten gründerinnenagentur sechs regionale Workshops zur Vertiefung der ersten Arbeitsergebnisse durchgeführt, parallel erstellt die Universität Siegen unter der Leitung von Prof. Friederike Welter, Präsidentin des Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn eine Medienanalyse zum „Unternehmerinnenbild in der deutschen Presse“. Am 02.10.2015, 25 Jahre nach der Wende, wird zu den Ergebnissen eine Abschlussveranstaltung durchgeführt.

Aktuelles

26.09.2017 Frauen gründen anders, „Rechte und Pflichten bei der Gründung“, Ursula Neumann (Kölner Forum), mehr >>
www.frau-und-wirtschaft.koeln

Vorbild-Unternehmerinnen-Netzwerk "FRAUEN unternehmen" des BMWi – Wir sind auch dabei!
Mehr >>

Lesenswertes

News für Unternehmerinnen

"Warum Frauen erfolgreicher gründen"
| ZEIT ONLINE

Studie zum Thema
"Gründungen im Nebenerwerb"

| BMWi Pressemeldung

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